2008 Konzert

Ein breites, buntes Spektrum des Chorgesanges

"Der Westallgäuer" - 08.10.2008

Konzert Opfenbacher Notencocktail beweist wieder einmal gesangliches Können, Humor und Tiefgang

In zwei ausverkauften Vorstellungen hat der «Opfenbacher Notencocktail» am Wochenende ein breites Spektrum des Chorgesangs gezeigt. Das Publikum zeigte sich von der Auswahl der Stücke und der frischen Darbietung begeistert.

Vor 28 Jahren wurde der «Opfenbacher Notencocktail» von Gottfried Duller gegründet. Was damals noch unter der Bezeichnung «Jugendchor» und mit 16 Mitwirkenden begann, hat sich bis heute zu einer nicht nur zahlenmäßigen Größe entwickelt. Unter der Leitung von Michael Spiegel singen 50 junge Menschen im Alter zwischen 14 und 40 Jahren zur eigenen Freude und der ihres Publikums. Und dass sie auch ein soziales Herz haben, das beweisen sie durch die Tatsache, dass ein Euro je Konzertkarte der «Kinderbrücke Allgäu» zugute kommt.

Ob Volksmusik, ob Klassik, Sakrales oder Pop - das Konzertprogramm war entsprechend dem Chornamen breit gefächert.

Dazu kam die erfrischende Conference einzelner Sängerinnen und Sänger sowie mit Jochen Schnabel an der Gitarre, Miriam Wolf am E-Bass, Pianist Dominik Bernhard und Schlagzeuger Thomas Welte eine einfühlsam begleitende und unterstreichende Rhythmus-Gruppe.

Was mit der «besten Zeit im Jahr» begann und sich mit «Ohrwürmern» wie Hubert von Goiserns «Weit, weit weg» oder dem Bekenntnis «Leben ist ein Geschenk» bis zur Pause fortsetzte, fand zweifellos im zweiten Teil seinen Höhepunkt. Hier bewiesen die jungen Frauen mit «Daylight in your eyes», dass sie den «No Angels» optisch wie gesanglich durchaus das Wasser reichen können.

Und den Männern gelang nicht nur ein mit viel Humor gespickter A-Cappella-Gesang, sie legten nach dem «Lauch»-Song noch eines drauf: «Männer mag man eben!» Klar, dass niemand widersprechen konnte und wollte.

Überaus anspruchsvoll gestaltete sich in der weiteren Folge die «Bohemian Rhapsodie». Das von Freddie Mercury geschriebene Stück weist eine sehr ungewöhnliche musikalische Struktur auf. Der Chor wusste die Aneinanderreihung von stilistisch sehr unterschiedlichen Abschnitten, zu denen eine Opern-Parodie ebenso gehört wie ein Hard-Rock, gekonnt umzusetzen.

In gleicher Weise mit stürmischem Applaus vom Publikum bedacht wurden zwei Gesänge, die aus der Feder von Stefan Nilsson stammen und zum preisgekrönten Film «Wie im Himmel» des Schweden Kay Pollak gehören. Hier waren es die beiden Altistinnen Edeltraud Rädler und Iris Eger, die der berührenden und mitreißenden Geschichte Gestalt verliehen.

Natürlich wollte nach dem mit Fotos komplettierten Medley aus dem Musical «Der König der Löwen» noch niemand nach Hause gehen. Erst zwei Zugaben beendeten das Konzert.